Günderrode

Aufnahme ins Haus Limpurg 1588
(Einheirat 1587: v. Holzhausen)
Hier im Mannesstamm erloschen 1980

Ev. -- Der Name des Geschlechts deutet auf Herkunft aus Thüringen hin. Vielleicht stammt es aus dem Dorf Günterode bei Heiligenstadt im Eichsfeld. Urkundlich gesichert sind erst die Brüder Hans (+ 1501), kursächsischer Landrentmeister, und Tilemann Günterrode (+ um 1512). In Sachsen erwarb die Familie umfangreichen Grundbesitz, starb aber hier wie in der Pfalz und in Schleswig um 1800 aus.
Tilemann Günterrode (+ 1550) kam in hessische Dienste nach Kassel und wurde zum Stammvater der Linie in Hessen bzw. in Frankfurt. 1549 erhielt er Dorf und Wüstung Nübel bei Schotten als hessisches Lehen, die Söhne kauften Burg und Hofgut Schotten dazu. Tilemanns Sohn Rudolf wurde Frankfurter Bürger und gelangte 1588 ins Haus Limpurg. Durch drei Jahrhunderte hat das Geschlecht in seiner neuen Heimat viele Ratsherren und Bürgermeister, Offiziere, Diplomaten und Gelehrte hervorgebracht. Fichard berichtet von der "dieser Familie fast angeborenen Freundlichkeit und Sittsamkeit", die sie "bei Hohen und Niedern" beliebt gemacht habe.
Johann Maximilian v. Günderrode (+ 1784) wurde Mitglied der Reichsritterschaft, Kanton am Mittelrhein (die Familie führte infolgedessen nach 1800 den Freiherrntitel), und erwarb 1756 die Herrschaft Höchst an der Nidder. 1806 kam sie unter die Landeshoheit des Großherzogtums Hessen.
Größere Bekanntheit erlangte die Dichterin Karoline v. Günderrode.

Literatur:
Karl Schwartz, Günderrode, in: J. S. Ersch und J. G. Gruber, Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, I. Sektion, Band 97 (Leipzig 1878) S. 114-249 (mit ausführlichen Einzelbiographien). Grundlage bilden vor allem die Forschungen von Carl Justinian v. Günderrode (+ 1785, Carl Justinian v.Günderrode) und Georg Ferdinand Frhr. v. Lepel (+ 1873, ), die sie im Familienarchiv in Höchst angestellt hatten.
Heinrich v. Nathusius-Neinstedt, Stammbaum der Nachkommen des Rudolf von Günderrode und der Margarete von Holzhausen (Frankfurt 1899) (Nachkommentafel, auf Veranlassung von Dr. Carl Frhr. v. Günderrode zusammengestellt)\footnote{Im Archiv Alten-Limpurg AL 1172.}.
Karl Kiefer, Stammbaum der Familie von Günderrode, in: Frankfurter Blätter für Familiengeschichte, Jg. 3 (1910) S. 86-89.
Rudolf Jung, Zur Geschichte der Familie von Günderrode, in: Alt-Frankfurt, Vierteljahresschrift für seine Geschichte und Kunst, Jg. 5 (1913/14) S. 65-77, 107-114 (mit weiteren Literaturangaben und Porträts).
Gerhard Keßler, Die Anfänge der Familie Günderrode, in: Familiengeschichtliche Blätter, Jg. 34 (1937) Sp. 217-228 (mit Literaturangaben).
Das Archiv der Familie gelangte als Depositum ins IfSG und ist während des 2. Weltkrieges vernichtet worden (Inventar erhalten). Das Archiv von Gut und Herrschaft Höchst verbrannte 1944 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt.
Hans Körner, Familie von Günderrode: 400 Jahre im Haus Limpurg, in: Limpurger Brief 1989, S. 36-42.
GHdA, Frhrl. Häuser B, III (1963).
Adelslexikon, Bd. IV (1978).
GHBiA Bd. XXII (1998), S. 123-126 (Artikel von Hans Körner).

Abkürzungsverzeichnis