Hutten zum Stolzenberg

Aufnahme ins Haus Limpurg 1964
Einheirat 1963 über v. Bodelschwingh

Kath. -- Das fränkische Adelsgeschlecht ist seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts (urkundlich mit den Brüdern Erkinbert, Hermann und Johann zuerst 1274) in der Südrhön und im Spessart ansässig. Möglicherweise gab das Dorf Hutten bei Schlüchtern dem Geschlecht seinen Namen oder umgekehrt. Der älteste bekannte Stamm zu Gronau teilte sich im 14. Jahrhundert. Durch Heirat eines Frowin von Hutten mit einer Erbtochter von Steckelberg entstand der Steckelberger Stamm. Etwa zeitgleich wurde Frowins Bruder Friedrich von Hutten Amtmann zu Stolzenberg. Später entstanden aus dem Steckelberger Stamm die Linien Arnstein und Birkenfeld, aus denen sich 1520 die Linie zu Frankenberg (erloschen 1783) entwickelte. Der Steckelberger Ast erlosch 1704. Der berühmteste Vertreter aus der Steckelberger Linie ist der Dichter und Humanist Ulrich v. Hutten (1488-1523). [1]
Heute noch blüht die Stolzenberger Linie in Steinbach und Altengronau. Deren Stammvater ist der Kaiserliche Oberst Friedrich v. Hutten (+ 1639, ). Das Geschlecht stellte viele Domherren und Bischöfe (u. a. in Würzburg und Speyer). Es gehörte zur Reichsritterschaft in Franken und am Mittelrhein und wurde im Königreich Bayern am 21.10.1816 bei der Freiherrnklasse immatrikuliert.
Der erste Vertreter der Familie auf Alten-Limpurg war Friedrich Karl Hutten zum Stolzenberg.

Fußnote(n):
[1] Ulrich v. Hutten stand auch zu Ganerben des Hauses Alten-Limpurg in Kontakt. Er war befreundet mit Arnold v. Glauburg, s. S. %glau155, und bat ihn, eine Heirat mit Kunigunde v. Glauburg, s. S. %glau13, zu vermitteln, ein Projekt, das aber nicht zustande kam. Vgl. Georg Eduard Steitz, Hutten und Arnold Glauburger, in AFGK Neue Folge, 4. Bd. (1869) S. 59ff. und der Auszug aus der Hutten-Biographie von David Friedrich Strauß, publiziert in: Vaterland, 1975, S. 205ff.


Literatur:
Georg Landau und Albert Frhr. v. Boyneburg-Lengsfeld, Artikel "`Hutten"', in: Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, begr. von J. S. Ersch und J. G. Gruber, 2. Sektion, 12. Teil (Leipzig 1835) S. 122-243.
Georg Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, 3. Band (Kassel 1836).
D. Fuchs, Beiträge zur Geschichte der Stadt, der Pfarrei und des Klosters Salmünster (1946) S. 71-92: Zur Genealogie der v. Hutten zu Stolzenberg.
Walther Möller, Stammtafeln westdeutscher Adelsgeschlechter im Mittelalter, Neue Folge, 2. Teil (Darmstadt 1951) S. 118-121, Tafel 78 und 79.
Max H. v. Freeden, Schloß Steinbach, in: Altfränkische Bilder, 65. Jg. (1966) S. 15-17.
Hans Körner, Die Familie v. Hutten, Genealogie und Besitz bis zum Ende des Alten Reiches, in: Ulrich v. Hutten, Humanist, Publizist 1488-1523, Katalog zur Ausstellung des Landes Hessen anläßlich des 500. Geburtstages, bearbeitet von Peter Laub (Kassel 1988) S. 57-78.
Adelslexikon, Bd. V (1984).
GHdA, Frhrl. Häuser, XXI (1999).

Abkürzungsverzeichnis